Deutsche Ernährungsexperten in Hamburg
Hamburg, 9. April 2008 - Auf Einladung der Süderelbe AG trafen sich gestern die deutschen Cluster-Initiativen der Ernährungswirtschaft zu ihrer dritten Gesprächsrunde in Hamburg. Das Programm wurde von der Food-Processing Initiative (FPI) e.V. für das Land Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Bielefeld gestaltet. Schwerpunkthema war der Erfahrungsaustausch und die Bewertung der Arbeitsergebnisse einer verstärkten Zusammenarbeit der regionalen Ernährungswirtschaft.
Dass diese Form der Zusammenarbeit auch in der norddeutschen Ernährungswirtschaft eine immer größere Rolle spielt, wurde in der anschließenden Auftaktveranstaltung für ein Cluster Ernährungswirtschaft im Haus der Patriotischen Gesellschaft in Hamburg deutlich. Ziel der Veranstaltung war die Klärung der Frage nach der Notwendigkeit eines Clusters Ernährungswirtschaft.
Die erwartete Verdopplung der Nachfrage nach Ernährungsprodukten in den nächsten 20 Jahren eröffnet der deutschen Ernährungswirtschaft erhebliche Wachstumschancen. Nach jüngsten Veröffentlichungen des Bundeswirtschaftsministeriums sind die deutschen Agrarexporte im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr um 14,6 % auf 43,4 Mrd. Euro gestiegen. In diesem Zusammenhang machte Jürgen Abraham als geschäftsführender Gesellschafter der international tätigen Gebr. Abraham GmbH & Co. KG und Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BDE) deutlich, dass der internationale Handel mit agrarischen Rohstoffen und Lebensmittelprodukten nicht zu einer Absenkung der hohen europäischen Standards bei der Qualität der Produkte und Effizienz der Prozesse führen dürfe. Abrahams Motivationen, als Aktionär der Süderelbe AG am Aufbau eines Clusters Ernährungswirtschaft mitzuwirken, sei daher gewesen, die Standortbedingungen der Branche in Norddeutschland positiv zu beeinflussen.
Ähnlich äußerte sich Jochen Brüggen, Gesellschafter der H. & J. Brüggen KG, Lübeck. Das Unternehmen hat im August 2006 den foodRegio e.V. in Lübeck mitgegründet. Man verfolge seither das Ziel, gemeinsame Initiativen zur Verbesserung des Qualifizierungsangebots und zur Behebung des Fachkräftemangels zu starten. Diese Zusammenarbeit sei erfolgreich und notwendig.
„Es geht darum, frühzeitig neue Trends in der Ernährungswirtschaft zu erkennen, aus denen dann einzelbetriebliche Entscheidungen abgeleitet werden können“, ergänzt Björn P. Jacobsen, Prokurist der Wirtschaftsförderung Lübeck und Vorstandsmitglied des foodRegio e.V.
Auf die konkreten Ziele eines Clustermanagements ging auch Dipl. Ing. Jürgen Enkelmann, Leiter Ernährungswirtschaft der Süderelbe AG, ein. „Es geht darum, den Vorsprung der Unternehmen bei Produktqualität und Prozessoptimierung weiter auszubauen“, so Enkelmann. In der Verringerung der Produktionsverluste und der Energiekosten stecke noch erhebliches Potential, das es gelte, zusammen mit den Partnern entlang der Wertschöpfungskette zu erschließen.
Marcus Troeder von der Handelskammer Hamburg machte abschließend deutlich, das der Forschungs- und Technologiestandort Hamburg ein ideales Umfeld für die Clusteraktivitäten im Bereich der Ernährungswirtschaft bietet. Der im August 2007 erstellte „Masterplan Industrie“ zeige allerdings auch den Entwicklungsbedarf in diesem Bereich auf. Die Ernährungswirtschaft der Metropolregion Hamburg sei aufgefordert, diesen Entwicklungsprozess aktiv zu beeinflussen.
Das Expertentreffen klang mit einem Senatsempfang im Hamburger Rathaus aus. Dabei machte Staatsrat Gunther Bonz die Bedeutung der Branche für die Hansestadt Hamburg deutlich. Er wies darauf hin, dass die Aktivitäten der Initiative „Aus der Region für die Region“ der Hamburger Bürgerschaft und die Klimaziele der Stadt Hamburg im Einklang mit der Entwicklung der regionalen Ernährungswirtschaft stünden. Insofern begrüße die Hansestadt Hamburg die Initiative zum Aufbau eines Clusters Ernährungswirtschaft in Norddeutschland.
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